Entwicklung des WAI
In den frühen 80er Jahren haben Finnische Arbeitswissenschaftler/innen ein Fragebogeninstrument zur Erfassung von Arbeitsfähigkeit entwickelt, den Work Ability Index (WAI), der inzwischen in 25 Sprachen vorliegt. In Deutschland wird er seit etwa 15 Jahren eingesetzt.
Der WAI besteht aus sieben „Dimensionen“ mit zusammen 9 Fragen und einer Diagnoseliste:
- WAI 1: Derzeitige Arbeitsfähigkeit im Vergleich zu der besten je erreichten Arbeitsfähigkeit
- WAI 2: Arbeitsfähigkeit in Relation zu den Arbeitsanforderungen
- WAI 3: Anzahl der aktuellen, vom Arzt diagnostizierten Krankheiten
(Kurzversion 13, Langversion 51 Krankheiten)
- WAI 4: Geschätzte Beeinträchtigung der Arbeit durch Krankheiten
- WAI 5: Krankenstand in vergangenen 12 Monaten
- WAI 6: Einschätzung der eigenen Arbeitsfähigkeit in zwei Jahren
- WAI 7: Psychische Leistungsreserven
Als Ergebnis der Befragung resultiert ein WAI-Wert, der von 7 („keine Arbeitsfähigkeit“) bis 49 („maximale Arbeitsfähigkeit“) lauten kann. Dieser Wert wird in Bezug gesetzt zu Referenzdaten.
In multidisziplinären klinischen und umfassenden finnischen Längsschnittstudien ist der WAI in den 80er bis 90er Jahren validiert worden. Dabei zeigte sich, dass der WAI einen frühen Indikator für vorzeitigen Erwerbsausstieg sowie Mortalität darstellt.